Der Aussichtsturm
Den 23,50m hohen Aussichtsturm, eines der Wahrzeichen von Halver, gibt es schon seit über 100 Jahren.
1891 beschloss der SGV (Sauerländischer Gebirgsverein), einen Aussichtsturm zu bauen. Das Amt Halver willigte sofort ein und gab die Bauerlaubnis. Der Standort "auf der Küsterei" (heute Karlshöhe) war sehr gut gewählt. Die Höhe beträgt hier 438,5 m. In der Sitzung am 15. Mai 1892 hatte der Plan des Architekten Mucke aus Hagen die Zustimmung zur Errichtung des Turmes durch den SGV gefunden. Die Baukosten wurden mit 5600 Reichsmark veranschlagt. Für damalige Verhältnisse sicher eine beträchtliche Summe.
Am 10. Juli 1893 wurde der Turm mit einer großen Feier eingeweiht. "Zur Feier gehörten mehrere Gelage wie Frühschoppen und Festessen. Zum Schluss begab man sich in die Anlagen der Herpine, wo die Musik konzertierte, hübsche Lieder gesungen wurden und Bürgermeister Selbach aus Lüdenscheid unter deutschen Eichen dem deutschen Vaterland ein Hoch brachte. Abends wurde der Turm bengalisch beleuchtet und sonstiges Feuerwerk abgebrannt. Den Schluss der Feier bildete ein Festball. Das ganze Fest hat bei sämtlichen Teilnehmern vollste Befriedigung erweckt." So wurde damals gefeiert.
Eine wesentliche Änderung ergab sich im Jahre 1911. Der Turm ging am 11. Mai 1911 auf Wunsch des SGV und nach Beschluss der Gemeindevertretung in das Eigentum der Gemeinde Halver über.
Der Turm musste viele Male saniert werden. Zu Beginn der 80er Jahre waren wieder umfangreiche Schäden am Außenmauerwerk festzustellen. Auswärtige Firmen stellten in Gutachten fest, dass sich der Turm in einem desolaten, zum Teil Gefahr drohenden Zustand befand. Die Sanierungsmaßnahmen wurden auf ca. 210.000,00 DM geschätzt. Dieses Geld stand jedoch nicht zur Verfügung. Am 28.01.1983 wurde der Turm unter Denkmalschutz gestellt. Das bedeutete, dass ab diesem Zeitpunkt Mittel in Form von Zuschüssen zu den Kosten, die bei der Erhaltung bzw. Restaurierung des Gebäudes entstehen, beantragt werden konnten. Am 07. November 1990 konnte endlich mit den Sanierungsmaßnahmen begonnen werden, da die erforderlichen Mittel (ca. 285.000,00 DM) durch Spenden von Vereinen, Firmen und Einrichtungen aus Halver, Landesmitteln für Denkmalpflege und aus dem städtischen Haushalt bereit standen.
Die Sanierung des Bauwerks dauerte bis zum Sommer 1991. Damit nicht wieder so schnell Feuchtigkeit in das Bauwerk eindringen kann, wurden auf der Plattform Betonplatten angebracht. Die obere Brüstung und die vorspringende Gesimse bekamen eine Kupferabdeckung. Die offizielle Turmeröffnung erfolgte am 19. Juni 1992. Um 11:17 Uhr hissten SGV-Vorsitzender Horst Wilhelm Klauke, Verkehrs- und Heimatvereinsvorsitzender Günther Vahlefeld und Brigitte Hilgert nach 27 Jahren als sichtbares Zeichen dazu wieder eine Fahne.