Bei aller Entwicklung durch die Jahrhunderte bis hin zur heutigen Stadt Halver ist der Standort der Nicolai-Kirche die geographische und verkehrsmäßige Mitte des Ortes geblieben. Acht Straßen, Hauptverkehrsstränge wie auch Nebenstraßen, laufen sternförmig auf das Kirchengebäude zu. Das strahlende Weiß der Kirche hebt noch ihre Wirkung als absoluter Mittelpunkt und als Wahrzeichen der Stadt Halver. Diesen schönen Anblick haben Einwohner wie Durchreisende jedoch erst seit dem Abbruch der Häuser am "Runden Eck", wodurch das Stadtbild sehr gewonnen hat.
Schaut man von Süden, von der Frankfurter Straße her auf die Kirche, so steht dort groß an der Seitenwand die Zahl 1783. Zwei Jahrhunderte sind für eine Kirche nicht sonderlich viel. Doch der Standort auf dem "Sternberg" hat eine lange Tradition. Schon die Bezeichnung weist auf eine vorchristliche, religiöse Bedeutung hin, und Forscher nehmen an, dass eben an dieser Stelle um 800 ein christliches Gotteshaus errichtet wurde.
Im Jahre 1127 wurde Halver (wie Kierspe, Hülscheid, Wiblingwerde) von der Muttergemeinde Lüdenscheid getrennt und damit selbständige Pfarrkirche. Eine Urkunde des Erzbischofs Friedrich I. von Köln aus dieser Zeit erwähnt sie als "Nicolai-Kirche". Dieser Name verschwand leider in reformatorischer Zeit. Die romanische Pfeilerbasilika aus dem 12./13. Jahrhundert ist im 15. Jahrhundert im gotischen Stil erweitert und umgebaut worden. Sie bestand bis 1783. Der Kirchhof um den Friedhof war gleichzeitig Friedhof der Gemeindeglieder, und noch bis 1823 fanden dort Beerdigungen statt.
Quelle: www.ev-kirche-halver.de