Vor mehr als 40 Jahren knüpfte die Musikantengilde Halver erste Kontakte zur Volkstanzgruppe der schwedischen Stadt Katrineholm. Musik, Gesang und Tanz - was könnte es Schöneres geben - legten die Basis für eine Städtepartnerschaft, die offiziell am 30. September 1963 begründet wurde. Waren es dann zunächst die "Offiziellen", die mit Besuchen und Gegenbesuchen die Kontakte vertieften, so wussten später auch Vereine, Schulen und Kirchengemeinden den Nord-Süd-Austausch zu genießen. Aupair-Mädchen kamen nach Halver, und blieben - der Liebe wegen. Bis heute ist die Verbindung Halver - Katrineholm die einzige Partnerschaft einer Gemeinde im Märkischen Kreis zu einer Kommune in Skandinavien.
Rund zehn Jahre nach der Begründung der Städtepartnerschaft mit Katrineholm wurden am 25. April 1975 in einem feierlichen Akt die Urkunden zwischen Halver und der französischen Stadt Hautmont ausgetauscht. Die folgenden Jahre waren geprägt von zahlreichen Kontakten auf verschiedenen Ebenen: Feuerwehr, Schulen, Verbände, Musikschule Volmetal, Kirchengemeinden und gemischte Reisegruppen aus Halver und Hautmont besuchten die jeweilige Partnerstadt. Als besondere Anlässe für die Besuche kristallisierten sich der bekannte Blumencorso in Hautmont und die traditionelle Straßenkirmes in Halver heraus. Die Städtepartnerschaft Halver-Hautmont hat zahlreiche dauerhafte private und freundschaftliche Verbindungen zwischen den Menschen beider Nationen hervorgebracht. Neben dem regelmäßigen offiziellen Austausch zwischen den Vertretern der beiden Gemeinden, die letzte Begegnung fand im November 2008 in Hautmont statt, wird die Städtepartnerschaft mit Hautmont von großem bürgerschaftlichen Engagement aller Altersgruppen und verschiedener Interessen geprägt und „gelebt“.
Getragen und unterstützt werden die Begegnungen von dem Comité de jumelage auf französischer Seite und dem Arbeitskreis Städtepartnerschaften in Halver. Zwischen der Ganztagsschule Halver und dem Collège Saint Exupéry besteht seit 2003 ein jährlicher Schüleraustausch, der als Schulprojekt begleitet und deren Kontakte zwischen den Besuchen durch Briefe, mails, chat und sms aufrecht erhalten werden. Auch nutzten die Schüler den Halveraner Herbst im September 2008 um zusammen mit französischen Gästen über den Austausch zu informieren.
Die Mitglieder der Feuerwehr pflegen einen regen Austausch mit ihren französischen Kameraden. Neben der Diskussion fachlicher Fragen kommt es auch zu sportlichen Begegnungen beim Tauziehen oder Fußballturnier.
Parcours du coeur, der jährliche Gesundheits- und Sporttag, sowie der Austausch der Tennisspieler sind weitere Stichworte, die eine lebendige Partnerschaft charakterisieren. Die 2. Hälfte des Jahres 2008 stand unter dem Eindruck des Tornados, der in der Nacht zum 4. August über Nordfrankreich fegte und in Hautmont eine Schneise der Verwüstung hinterließ. Drei Menschen starben, zahlreiche wurden verletzt. Innerhalb weniger Minuten entstanden Sachschäden in Millionenhöhe.
In dieser schwierigen Situation zeigte sich die Verbundenheit und Solidarität zwischen den Partnerstädten. In einer beispiellos spontanen Aktion wurde innerhalb weniger Tage unter der Federführung der Feuerwehr eine Benefizveranstaltung zugunsten der Tornado-Opfer organisiert. Durch diese Veranstaltung und weitere Spendenaktionen konnten über 10.000 € übergeben werden. Außerdem nutzten 192 Halveraner die Möglichkeit in einer Kondolenzliste ihre Betroffenheit und Anteilnahme auszudrücken.
Immer noch etwas Besonderes und eine behutsam und pfleglich zu behandelnde Freundschaft besteht seit 1989 zur israelischen Tanzgruppe "Hora Aviv Pardess-Hanna Karkur". Sind es auf der einen Seite viele Zufälle, die die Kontakte begründeten, so hat sich der Arbeitskreis "Deutsch-Israelischer Dialog" für sie ebenso aktiv einsetzt wie der feinsinnige Klaus Böcker im Rathaus. Seit der ersten Begegnung mit der Folkloregruppe HORA Aviv Pardess Hanna Karkur hat es inzwischen viele mehrtägige Aufenthalte von Gästen in Halver und Pardess-Hanna gegeben. Es geht insbesondere darum, die Neugier junger Leute zu wecken. Wer lebt in Israel und wie leben die Menschen dort? - Wie denken Israelis über Deutsche und Deutschland? - Welche Spuren hat die Geschichte hinterlassen, und wie gehen junge Menschen damit um? Die Jugendlichen sollen durch eigenes Erleben eine verständnisvollere und realitätsorientierte Einstellung zu den Fragen von Macht und Gewalt, Recht und Unrecht gewinnen. Deutsche und israelische Jugendliche sollten auch durch gemeinsame Unternehmungen und Gespräche in den Familien und außerhalb Hemmschwellen überwinden lernen. Toleranz und Verständnis als Grundlagen für ein besseres Miteinander zu gewinnen ist das Ziel.
Die Gestaltung und Pflege der Kontakte ist für beide Seiten nicht einfach und mit hohem zeitlichen, personellen und organisatorischen Aufwand verbunden. Dies alles macht jedoch nach übereinstimmender Auffassung Sinn und wird als kleiner, aber wichtiger Beitrag für einen "Deutsch-Israelischen Dialog" empfunden. Dank der vorbildlichen Unterstützung durch zahlreiche Familien auf beiden Seiten werden die Aktivitäten sowohl von der israelischen Administration als auch von der Bundesregierung als inhaltlich beispielhaft und derzeit als wichtigstes deutsch-israelisches Projekt dieser Art angesehen. Eine Anerkennung, die stolz machen darf. >>> Weitere Infos
Doch auch unterhalb der offiziellen Ebene tut sich in Halver viel Internationales. So pflegt die Hauptschule Freundschaft mit der Türkischen Stadt Dikili, die ihrerseits gern eine offizielle Partnerschaft mit Halver begründen würde. Reges Hin und Her bestimmt das Verhältnis der Schülerinnen und Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums mit einer Schule im englischen Portsmouth, und die Aktiven des MGV Oberbrügge-Ehringhausen zog es zum wiederholten Male in den walisischen Kreis Wrexham, der partnerschaftlich mit dem Märkischen Kreis verkehrt.