Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Halver

Mahnmal für die Opfer
des Nationalsozialismus in Halver

Am Rande des heutigen Kulturbahnhofes, am ehemaligen Bahnhof von Halver, wurde am 27.09.2026 ein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus enthüllt. Von diesem Ort aus wurden jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger, Sinti und Roma, politisch Verfolgte und andere Opfer des Regimes in Ghettos, Konzentrationslager und in den Tod transportiert. An dieser Stelle endete für viele das vertraute Leben.

Der Künstler und das Kunstwerk

Das von dem Künstler Christoph Sandkötter entworfene Mahnmal besteht aus einer Welle aus Stahl, in deren Form Silhouetten sichtbar werden – die Silhouetten jener Menschen, die Halver nicht freiwillig verließen. Die Welle erinnert an das Abtransportieren, zugleich daran, dass Erinnerung wie eine Welle durch die Zeit trägt und uns bis heute erreicht. Die leeren Silhouetten zeigen Abwesenheit und Verlust: Diese Menschen fehlen in ihren Familien, in der Stadt, in der Gesellschaft. 

Die Inschrift des Mahnmals lautet: 

Seht her und vergesst nicht.

Erinnerung

Das Mahnmal erinnert an die jüdischen Familien, die in Halver lebten, Geschäfte führten, Teil des Vereinslebens waren und schließlich deportiert wurden. Es erinnert an die Sinti- und Romafamilien, die dem Porajmos, dem „Verschlingen", zum Opfer fielen – darunter die Familie Laubinger, deren Mutter Magdalena und ihre Töchter von Halver aus nach Bergen-Belsen deportiert wurden. Es erinnert an die politisch Verfolgten, an die Opfer des sogenannten „Euthanasie"-Programms und an all jene, die, weil sie widersprachen, verfolgt und ermordet wurden.

Zu den namentlich genannten Opfern zählen unter anderem Josef Neunzig, Hermann Berg, Fritz Schulte, Carl Schmidt, Paula (Nachname in den Akten geschwärzt) sowie die Kinder Gerlinde, Donna-Olivia, Christel und Valentin Laubinger.

Die Idee

Die Idee zur Gedenkstätte ging maßgeblich von Ricardo Laubinger, einem Enkel der Familie Laubinger, aus. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Humboldtschule und des Anne-Frank-Gymnasiums wurde die Geschichte der Opfer des Nationalsozialismus in Halver recherchiert und aufgearbeitet. Grundlage für die konkrete Gestaltung bildete die Arbeit von Jana Eilhardt und Matthias Clever. Matthias Clever hat mit mit dem Buch Vergessene Schicksale erstmals die NS-Vergangenheit der Stadt Halver wissenschaftlich aufgearbeitet und deren Ergebnisse in der Ausstellung in der Villa Wippermann der Öffentlichkeit zugänglich machten.

Der Rat der Stadt Halver hatte sich einstimmig für den Entwurf von Christoph Sandkötter ausgesprochen.

Einweihung

Die Einweihung des Mahnmals erfolgte im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft mit Hautmont. Die Opfer von damals mahnen: Brücken bauen statt Mauern, Verantwortung übernehmen für die Gegenwart. Antisemitismus, Rassismus und die Verrohung der Sprache sind auch heute reale Herausforderungen. 

Die Aufforderung

Das Mahnmal steht als sichtbares Zeichen mitten in der Stadt und fordert auf: 

Wachsam bleiben, nicht schweigen, wenn Unrecht geschieht, 
und die Menschenwürde jeden Tag, für jeden Menschen, achten.

Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus


Bahnhofstraße 19
58553 Halver
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